Where my Feet touched US Soil for the First Time:

Am 26. Juli haben meine Füße zum ersten Mal amerikanischen Boden berührt. Falls sich jemand wundert, die/der weiß, dass ich Amerikanistik studiere – ja, ich war trotz dessen noch nie in den USA! Aber in den folgenden Monaten werde ich ausreichend Zeit dafür haben, das was ich aus der Ferne studierte in real life – the American real life – unter die Lupe zu nehmen.

Der Anfang der Reise ging so:

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Goodbye Deutschland! 😀

Berlin

Um 3.30 Uhr morgens aufstehen, um 4.30 am wunderschönen Flughafen Tegel ankommen: warten warten warten, so früh morgens ist man dort auch noch nicht so produktiv und das Gepäckband hat seinen Geist aufgegeben. Der Check-in verzögert sich, aber ich bin nicht allein. Raja ist da, bloß fliegt Raja nicht mit mir. Raja fliegt anders nach Miami. Wie es die seltsame Welt der Flugbuchungen wollte, war es günstiger für uns, getrennt zu fliegen, so habe ich einen Zwischenstopp in Düsseldorf, Raja in Wien, bevor wir etwa gleichzeitig in Miami ankommen. Ich bin müde und muss mich von Raja verabschieden, zumindest für die nächsten 14 Stunden. Ich steige in mein Flugzeug, und Raja in seins, so denke ich. Doch Rajas Flugzeug fliegt nicht los.

Düsseldorf // Wien // Madrid

Als ich in Düsseldorf ankomme, ist Raja immernoch in Berlin. Das Flugzeug startet nicht. Raja has this thing with delayed planes… Zumindest kann man einfach kommunizieren. Was wir nicht wissen: wird Raja rechtzeitig in Wien sein und seinen Anschlussflug bekommen? Ich muss das aber wissen, bevor ich in mein Flugzeug nach Miami steige, damit ich weiß auf welchen Flug ich in Miami warten soll. Die Situation ist etwas angespannt. Ich sitze schon im Flieger, als ich kurz mit Raja telefoniere. Er hat seinen Anschlussflug verpasst, wird aber über Madrid weiterfliegen können (mir fällt gerade auf, dass er dadurch innerhalb von 24h in vier verschiedenen Ländern ist). Ursprüngliche Ankunftszeit: 15:10, neue Ankunftszeit: 20:05. Und ich? Mein Flugzeug hat auch Verspätung, aber nur eine halbe Stunde. Was soll ich also machen, wenn ich um vorraussichtlich 15:15 in Miami ankomme? Warten warten warten. Flughäfen sind Orte, an denen man nichts anderes tut, so scheint es mir.

Miami

Ich lasse mir besonders lange Zeit, bin eine der letzten, die das Flugzeug verlässt. Meine Ankunft ist seltsam unspektakulär. Der erste feste “amerikanische” Boden ist ranziger Teppich im Terminal F des MIA – Miami International Airport. Ich fühle mich ziemlich ruhig, fast amüsiert vom bisherigen Verlauf der Reise und nehme mir viel Zeit für alles, weil ich weiß, dass ich viel Zeit habe bis Raja ankommt. Die Einreise verläuft reibungslos, obwohl ich sagen muss, dass ich die Frau, die meinen Pass kontrolliert äußerst unfreundlich und desinteressiert fand. Als erstes bin ich den kompletten Flughafen einmal rundherum gelaufen, habe mir einen Starbucks O-saft und blueberry Muffin gegönnt und mich schließlich rausgetraut. Der Unterschied zwischen klimakaltem Inneren und tropischer Außenwelt ist im ersten Moment wirklich erdrückend. Im zweiten Moment ist es einfach schön, im Warmen zu sein. Den Rest meiner Zeit bis zu Rajas Ankunft habe ich versucht auf einer Bank in einem kleinen “Park” in der Mitte des Flughafens zu schlafen, die Füße auf dem Koffer, die Hände auf dem Rucksack. Ein bisschen Schiss, dass ich komplett einschlafe und mir etwas geklaut wird, hatte ich schon.

Wie findet man sich an einem fremden Flughafen ohne Möglichkeit der modernen Kommunikationsmittel? Falls jemand auch einmal dieses Problem haben sollte: Ich habe eine Stunde am Arrival-Ausgang gesessen und auf die ankommenden Menschen gestarrt. Ist das Raja? Ups nee. Das klingt langweilig und anstrengend, ist es auch, aber dann auch wieder nicht. Es war eigentlich sehr interessant und wären meine Augen nicht so müde gewesen (für meinen Biorhythmus war es schon zwei Uhr nachts und vergesst nicht, ich bin um 3.30 am Vortag aufgestanden) hätte ich es bestimmt noch spannender gefunden. Zum einen kann man recht ungestört Menschen anstarren und beobachten (yay!), zum anderen kann die Wiedersehensfreude (or lack thereof) der Menschen die einen umgeben soap operas gleichkommen. Was ich beobachtet habe:

  1. Geschätzte 80% der Menschen sprechen Spanisch. Ich leider nicht.
  2. Viele alte spanischsprechende Omis kommen an und werden von riesigen Familien, tatsächlich aber hauptsächlich von den Frauen und Kindern, abgeholt.
  3. Von Menschen mit nur einem Handgepäckstück zu einer ganzen Wagenladung, alles ist dabei.
  4. Menschen, die aus dem Arrival-Ausgang herauskommen sehen immer etwas verwirrt und suchend aus.
  5. Eine Nonne stand mit ihren zwei Koffern eine Stunde lang direkt neben der automatischen Tür und wartete darauf abgeholt zu werden.
  6. Wlan ist eingeschränkt nutzbar. Googlemaps und die Seiten des MIA und der Fluglinien gehen, Instagram, facebook, UBER und dergleichen nicht.

… Und irgendwann kommt Raja!

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4 Replies to “Where my Feet touched US Soil for the First Time:”

  1. Als ich die Zeilen las, dass du in MIA wohl auf Raja warten musst, dachte ich: “Oh man, das ist leider echt einer der hässlichsten Airports in Amerika.” 😀 Schöner Blog, ich speicher ihn mir mal ab. Hab es gut und viel Spaß!

    1. Dankeschön! Ja wirklich, ein bisschen zu schlafen war da die beste Entscheidung, viele Möglichkeiten zum Zeitvertreib gab es einfach nicht 😀 aber um nicht nur Schlechtes zu sagen: dieser kleine Grünstreifen draußen ist echt nett.

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